Fred Weidmann

Aus nachtschatten25

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Heidi, Hedi Helvetia

Die neoschamanistische Schweiz

»Ich schlage vor, man denke sich das Bewusstsein eines modernen Schamanen wie einen vierdimensionalen mathematischen Raum. Man denke sich ferner ein Hedonismusmaß, auf dessen Achse zwischen Unlust-Zwang am einen und Genuss am anderen Ende, jeder Lustgrad eingetragen wird. Da die Zahl aller Genüsse unendlich ist, entsteht in der Zeit ein ständig brodelndes Meer von Messpunkten. Hedonistische Impulse scheinen sich gegen den allgegenwärtigen Druck der Unfreiheiten zu stemmen. In diesem Meer, welches der Ungeschulte nur über solche mathematisch-statistische Verfahren erdenken kann, residiert für den Hedonisten die Göttin Hedi, alias Heidi, alias Helvetia. Sie ist das verursachende Prinzip des Genießens.

Hedi geht es schlecht, wenn keiner genießt oder gar einer das Leid anderer genießt. Dann schrumpft ihr Lebensraum, der ja ein statistischer, von Häufigkeiten abhängiger, Raum ist. Wenn hingegen Zeiten herrschen, wo die Menschen gerne tun, was ansteht, wenn jeder geachtet wird für das, was er kann, dann lebt sie auf. Dann verteilt Hedi Extraküsschen. Für die Sterblichen bedeutet das Ekstase, multidimensionale Glücksgefühle, multiple Orgasmen, frische Bettwäsche und unendlich viel mehr.

Vor Hedis Jüngstem Gericht lautet die einzige Frage: Hast du dir oder anderen eine Freude vereitelt? – Zur Hölle, der Nächste! In der Werteskala der schamanisch geschulten Jugend ist jeder, der über andere richtet, a priori ein Fall für die Hölle.«

Auszüge aus einem Manuskript für »Die berauschte Schweiz«, im besagten Buch in leicht abgewandelter Form auf S. 259 ff. zu finden.


Gratulation

Danke lieber Roger, lieber Nachtschatten Verlag,

wer außer Dir hätte damals vor zehn Jahren gewagt, meine Malerei unter die Leute zu bringen? Wer außer Deiner Leserschaft hätte überhaupt mein Publikum sein können? Wer außer Dir hätte sein Geld da hineingesteckt? Danke! Und die Früchte der Zusammenarbeit sind noch immer ein Genuss. Möge das gerechte Universum Dir und Deinem Verlag Erfolge, herzlichen Zuspruch und reiche Ernte bis in alle Ewigkeit bescheren.

Fred Weidmann


Co-Autor des Nachtschatten-Buches

Die Berauschte Schweiz
Buch, broschiert, 305 Seiten, ISBN 3-907080-37-8 (ISBN-13: 978-3-907080-37-5), vergriffen
Beilage: Landkarte der berauschten Schweiz
Herausgeber: Roger Liggenstorfer, Christian Rätsch, Agnes Tschudin
Beiträge: Günter Amendt, Jean-Martin Büttner, Ralph Cosack, Hans Cousto, Robert Hämmig, Pier Hänni, Felix Hassler, Stanley Head, Albert Hofmann, Thomas Kessler, Heinz Knieriemen, Beat Kraushaar, Emilie Lieberherr, Roger Liggenstorfer, Kurt Lussi, Renato Maurer, Claudia Müller-Ebeling, Werner Pieper, Ulrich Pützstück, Christian Rätsch, Juraj Styk, Jakob Tanner, Agnes Tschudin, Patrick Walder, Fred Weidmann
Vergl. herzu auch Chronik 07.10.1998


Illustrator des Nachtschatten-Kalenders

Magic Mushrooms 2000
Der Kalender ist seit Jahren vergriffen. Die Bilder gibt es jedoch als Postkarten (Set mit 12 Postkarten).

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