Chris Heidrich

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Die Freigeister – Die Mär vom Nachtschatten Verlag

Statt einer Laudatio

Es war einmal ein kleiner Verlag in einem kleinen Land mit hohen Bergen. Dieser kleine Verlag hatte sich ein ganz besonderes Thema ausgesucht – die Drogenkultur. Dies war seit Beginn der menschlichen Kulturgeschichte ein spezielles und sehr wirksames Thema, und es hatte im Wandel der Gesellschaftsformen immer wieder für Aufruhr, für Umbruch und für bahnbrechende Erkenntnisse gesorgt, aber es hatte auch die Lebensqualität und tiefgründige Einblicke in das Mysterium der großen Schöpfung gefördert.

Die Arbeit dieses kleinen Verlages mit dem Thema, das so oft von den Menschen auf die eine oder andere Weise umstritten, verfolgt oder unterdrückt worden war, war oft eine große Herausforderung, die viel Kraft und Mut erforderte.


Es ging auf und ab mit dem kleinen Verlag, die Menschen, die dort mit dem Mann zusammen arbeiteten, der diesen gegründet hatte, wechselten so manches Mal, und es kamen repressive Zeiten. Doch mit unbeugsamem Willen widersetzte sich der kleine Verlag allen Widrigkeiten und wurde eines Tages zu einer Aktiengesellschaft. So fand er gewichtige Unterstützung durch treue Aktionäre, die begeistert waren, zu einer kleinen und so erlesenen Gruppe von Freigeistern zu gehören. Manchmal trafen sie sich in kleinen Grüppchen hier und da, und einmal im Jahr kamen sie zur Winterszeit alle zur Generalversammlung zusammen, meistens in der kleinen, freundlichen Barockstadt, deren Name manche an die Sonne erinnerte, denn dort war der kleine Verlag zu Hause. Da erfreuten sich die Aktionäre ihrer Gemeinsamkeiten und des Austausches mit all den anderen Freigeistern, die ihrer kleinen Gesellschaft angehörten, die so kunterbunt gemischt war.

Manchmal aber trafen sie sich auch in der Nähe des großen Alberichs, des weisen Mannes auf dem Berg (er war auch Aktionär) und seiner anmutigen Frau, damit auch sie an der Versammlung teilhaben konnten, denn sie waren beide schon sehr sehr alt.


Der kleine Verlag nun war dereinst gegründet worden von jenem sehr umtriebigen Manne, der als wagemutiger und resistenter Freigeist vielerorts bekannt war. Er hatte die Hippie-Bewegung mit allem, was dazu gehört hatte, miterlebt, und sein Haar trug er noch immer lang und lockig, wie in jener Zeit. Auch seine Kleidung war noch immer farbenfroh, und sein Geist war ungebrochen, quicklebendig und frei. Wie ein Fels in der Brandung trotzte er noch immer allen Widrigkeiten der Gesellschaft um ihn herum.


Doch er suchte nach jemandem, der den Verlag mit ihm gemeinsam lenken würde. Da kam eines Tages eine sehr lebensfrohe Frau mit vielen guten Fähigkeiten zu ihm in den kleinen Verlag. Sie war dereinst aus der schönen Stadt Wien gekommen und brachte einen großen Humor mit sich. Sie fanden, dass sie sehr gut zusammen arbeiten konnten, und so wurde sie ihm zu der treuen Partnerin, die er sich für sein Unternehmen lange gewünscht hatte. Und sie führten fortan den kleinen Verlag gemeinsam weiter.


Da ergab es sich im Jahre 2009, dass der kleine Verlag ein großes Fest feiern wollte, zu Ehren seines Bestehens seit einem Vierteljahrhundert. So lange hatte er also schon unermüdlich durchgehalten und Wissen verbreitet. Just im selben Jahr zählte der wagemutige Mann, der den kleinen Verlag gegründet hatte, ein halbes Jahrhundert an Lebensjahren, und er erkannte, dass er diesen nun schon die Hälfte seines eigenen Lebens geführt hatte.

So sollte das große Fest im Park der Mysterien vom weltbekannten Herrn Erich von Däniken stattfinden, an einem Ort, den man in dem kleinen Land mit den hohen Bergen Interlaken nannte, denn er lag zwischen den Seen. Viele Menschen aus nah und fern kündigten ihr Kommen an, um mit dem kleinen Verlag und seinen Aktionären, Autoren und Freunden dieses ganz besondere Ereignis kräftig zu feiern. Es sollte einen Empfang mit edlem Getränk und Gebäck geben, den die Leute in diesem kleinen Land mit den hohen Bergen Apéro nannten, und sogar die Pressejournalisten wurden zu einem eigenen Apéro eingeladen, damit sie über dieses Ereignis und den Park berichten konnten.

Ein paar Autoren des kleinen Verlages sollten Vorträge halten, und zwischendurch würde es ganz besondere Musik aus der großen Weltstadt Berlin geben. Ein edles Abendessen mit reichlich Speis und Trank war bestellt, und die Räume im Innen wie im Außen würden mit Licht und Kunst festlich hergerichtet sein. Es sollte ein rauschendes Fest zum Vollmond steigen, zu dem DJs, Künstler und Helfer ihr ganzes Können beitragen würden, bis weit in den nächsten Tag hinein. Man würde farbiges Licht, Projektionen, Klang- und Videokunst erleben sowie bekannte Musiker aus dem In- und Auslande, deren Freude groß war, zum Feste beitragen zu können. Auch Stände mit mancherlei Dingen, mehrere Tanzflächen, Bars und sogar Möglichkeiten zur Entspannung würde es geben. Es sollte gelacht, geschwelgt, getanzt und gefeiert werden ohne Grenzen, und dieses ekstatische Ereignis würde als etwas ganz Besonderes in die Geschichte eingehen.

In der Erinnerung aller Teilnehmer jedoch würde dieses Erlebnis im Herzen erhalten bleiben, und sie würden die Lebenslust und die Freude an der Schöpfung im Sinne des alten weisen Alberichs vom Berge für immer in sich bewahren und mit Liebe in die weite Welt hinaus tragen. Und wenn sie es bis anhin noch nicht gewusst haben sollten, so würde es ihnen fortan zutiefst im Herzen deutlich sein, so wie der Alberich zu sagen pflegte:


Liebe Sucht Dich.


Ich gratuliere Dir, lieber Roger, und dem Nachtschatten-Team herzlich zu Eurer bewundernswerten Arbeit und dem großen Charisma des Nachtschatten Verlages. Stay high!


Chris Heidrich
Dipl.Ing. Architektin, Autorin und Übersetzerin des Nachtschatten Verlages


Co-Autorin des Nachtschattenbuches

Absinthe - Die Wiederkehr der Grünen Fee: Geschichten und Legenden eines Kultgetränkes
Buch, broschiert, 96 Seiten, ISBN 3-03788-151-8 (ISBN-13: 978-3-03788-151-4), lieferbar
Es erschien auch eine Hardcover-Ausgabe mit Glanzfolienbeschichtung und Lesebändchen, limitierte und nummerierte Ausgabe (500 Ex.), ISBN 978-3-03788-153-8, lieferbar
Autoren: Mathias Bröckers, Chris Heidrich, Roger Liggenstorfer

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